Dienstag, 30. August 2016

[Interview] Mit dem Autor von "Krebsmeisterschaft für Anfänger" Edward van de Vendel






Huhu ihr Lieben! 

Ich durfte ja Teil der Blogtour zum Buch "Krebsmeisterschaft für Anfänger" aus dem Carlsen Verlag sein. Als besonderes Highlight durfte Timo Muth vom Blog Bucheleganz ein Interview mit Edward van de Vendel, einem der Autoren des Buches führen. Das Interview erfolgte in schriftlicher Form und auch euch möchte ich dieses Interview nicht vorenthalten: 




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1. Eine Freundin von Ihnen, hat Ihnen von Roy Looman erzählt. Was war Ihr erster Gedanke als Sie von Roy Looman gehört haben? 

This was my best friend, writer Bibi Dumon Tak. I had already heard about her encounter with Roy, and I also read the email-exchange they had, so i knew this boy must be an extraordinary person. I was a bit concerned to meet him, because I was afraid I could not live up to his expectations: I was working on so many other books, so I was not sure I could find the time to write about and with him. 

Das war meine beste Freundin und Schriftstellerin Bibi Dumon Tak. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon von ihrer Begegnung mit Roy gehört  und ich hatte den E-Mail Austausch gelesen. Ich wusste als, dieser Junge musste eine außergewöhnliche Person sein. Ich war ein bisschen besorgt ihn zu treffen, weil ich Angst hatte, nicht seinen Erwartungen gerecht zu werden. Ich arbeitetet an so vielen Büchern, ich war also nicht sicher ob ich genügend Zeit finden würde über ihn zu schreiben. 


2. Wie emotional war für sie die Geschichte von Roy? 


Well, you know, I can simply say that we became friends. We had many, many talks. Maybe more than 50. We also went to see footballmatches, and I met his parents. But it was obvious that we trusted eachother and that we were going to work together in a very close way. I had the feeling meeting Roy was a great, personal gift for me. It also made me learn so much about everything a person experiences when cancer hits - both the hard and the hopeful parts. I feel Roy is an extremely courageous and admirable peron, so I'm often thankful for knowing him. And because we got friends, parts of the story were very emotional - for instance the part where he walks into his brothers bedroom at night. 

Naja, weißt du, ich kann ganz einfach sagen, dass wir Freunde geworden sind. Wir hatten viele viele Gespräche. Vielleicht mehr als 50. Wir sind auch zusammen Fußballspiele gucken gegangen. Ich habe seine Eltern getroffen. Aber es war offensichtlich, dass wir einander vertrauen müssen, dass wir zusammen arbeiten würden in einem sehr engen Verhältnis. Ich hatte das Gefühl, Roy zu treffen war ein großes Geschenk für mich. Ich habe auch so viel darüber gelernt, was einem Menschen mitnimmt, wenn er Krebs hat, die dunklen und die hellen Seiten. Roy ist eine mutige und bewundernswerte Person, ich bin oft dankba ihn zu kenne. Und weil wir so gute Freunde geworden sind, sind Teile seiner Geschichte, wie der, als er Nachts in das Zimmer seines Bruders gegangen ist, sehr motional für mich. 


3. Haben sie selbst Angst irgendwann etwas ähnliches wie Roy erleben zu müssen? 

Yes, I wasn't very familiar with disease in my life. But both Roy's story as the story of my parents the last few years (my mother died two years ago, of cancer, and my father is now diagnosed with Alzheimer's disease) made me aware of how thin the line is between being healthy and being not.

Ja, aber Roys Geschichte und die meienr Eltern in den letzten Jahren (meine Mutter starb vor 2 Jahren an Krebs, mein Vater hat gerade die Diagnose Alzheimer erhalten) machen mir bewusst, wie dünn die Linie zwischen gesund sein und krank sein ist. 


 4. Würden sie die Hoffnung je aufgeben, sollten sie an Krebs erkranken? 

I hope not. But I sure would need the help of my loved ones and my friends, like Roy. 

Ich hoffe nicht, aber ich würde sicher die Hilfe meiner Liebsten und meiner Freunde brauchen, wie Roy 

5. Welcher Moment war in der ganzen Geschichte der emotionalste? 

That was a moment BEFORE the book. The talks with Roy extended over one and a half year. We had already begun talking, and then we heard my mother had terminal cancer. I didn't tell Roy right away, but after some time, as we got closer, we did. He had already told me about the book with wise words that was of help to him. And one day, as we had the appointment to work on the book again, he walked in and threw the book with wise words (the copy he used so much himself!) on the table and said: 'Here. This is for your mother. She needs it more than me now.' That was very touching. The book was with her until she died.

Das war der Moment VOR dem Buch. Die Gespräche mit Roy verlängerten sich auf über ein halbes Jahr. Wir hatten schon mit den Geprächen angefangen, als wir davon hörten, dass meine Mutter Krebs im Endstadium hatte. Ich erzählte es Roy nicht sofort, aber nach einiger Zeit, als wir enger befreundet waren tat ich es. Er hatte mir schon von dem Buch der Weisen Sprüche erzählt, das ihm sehr geholfen hat, und eines Tages kam er zu einem Treffen, er spazierte in den Raum und warf das Buch der Weisen Sprüche auf den Tisch und sagte: "Da, das ist für deine Mutter. Sie braucht es jetzt mehr als ich." Das war so rührend. Das Buch war bei ihr bis sie starb.  

 6. Wie haben sie Roy kennengelernt (Das erste Treffen)? 

We met, all three of us, Bibi, Roy and me. We talked about what kind of book it should be (if we wanted to do it) and we agreed immediately: not a sad book, not a book with a big lovestory (because at the time there wasn't one girl in Roy's life, and we didn't want to make it too much of a romantic novel), and a book as honest and clear as we could make it. Roy said: 'I don't want readers just to see the brave Roy, I also want them to see the stupid Roy.'

Wir trafen uns zu drit, Bibi, Roy und ich. Wir sprachen darüber, was für eine Art Buch es werden sollte und wir waren uns sofort einig: kein trauriges Buch, keine Liebesgeschichte (zu dem Zeitpunkt gab es kein einziges Mädchen in Roys Leben und wir wollten auch keine Liebesgeschichte schreiben).  Es sollte ein Buch werden so ehrlich wie möglich. Roy sagte: "Ich will nicht, dass die Leser nur den braven Roy sehen, ich will das sie auch den dummen Roy sehen." 

 7. Zieht Roy den Plan durch Onkologe zu werden? Wie weit ist er mit seinen Semestern? 

Yes! He is starting his third year, and leaving (next week!) for a fantastic internship in the United States. I will meet with him tomorrow to say goodbye.

Ja! Er startet nun sein 3. Jahr und nächste Woche verlässt er die Vereinigten Staaten für ein fantastisches Praktikum. Ich werde ihn morgen treffen und ihn verabschieden. 

8. Wie geht es Roy inzwischen? 

Really good. Last year we celebrated his fifth year of being 'clean', which means he is officialy healed. And he has a lovely girlfriend.

Wirklich gut. Letztes Jahr haben wir seine 5. Jahre gefeiert, in dem er Krebsfrei ist, das bedeutet er ist offiziell geheilt. Und er hat eine wunderbare Feundin. 

9. Wie mühsam war es für sie die Geschichte zu Papier zu bringen? 

To be honest: once we found the tone (the direct way of speaking to the reader) it was not that hard. The book almost wrote itself. We had already had all the talks by then, of course.

Ganz ehrlich: Als wir erst einmal den richtigen Ton (den direkten Weg mit den Lesern zu sprechen) gefunden hatten, war es gar nicht so hart. Das Buch hat sich eigentlich von selbst geschrieben. 

10. Könnten sie sich vorstellen, dass das Buch in Bibliotheken auf den Onkologiestationen fester Bestandteil werden würde? 

I hope so. That would be great. Of course the book is for everyone, but maybe it could help some people who have cancer or have familymembers who have cancer.

Das hoffe ich. Das wäre großartig. Klar ist das Buch für jeden, aber vielleicht kann es manchen Menschen, die Krebs haben oder Familienmitgliedern die Krebs haben helfen. 

Zusatzfrage die Timo sehr neugierig macht: Kommen sie dieses Jahr nach Frankfurt auf die Buchmesse?

Yes! I will be there 20st, 21st and 22nd of October! 

Ja! Ich werde da sein am 20., 21. und 22. Oktober! 

And to answer this last question: yes, I know it's still a vulnerable spot for Roy. He still really hates going to a doctor, even if it is with flu or something. But he has learned how to deal with these things a whole lot better now. Still... 

Und um deine letzte Frage zu beantworten: Ja ich weiß, es ist immer noch ein wunder Punkt für Roy. Er hasst es immer noch, zum Arzt zu gehen, auch wenn es nur eine Grippe ist. Aber er hat auch gelernt, mit diesen Ängsten umzugehen.  

(Übersetzt würden die Antworten von Nicola)





Kommentare:

  1. Hey
    Tolles Interview!! Ich habe gerade dein Blog entdeckt und ich finde ich richtig schön. Bin auch geleich mal Leser von deinem Blog geworden. :) Vielleicht hast du ja lust auch bei mir mal vorbeizuschauen. Darüber würde ich mich sehr freuen. :)
    LG Benedikt von
    http://beneaboutbooks.blogspot.de/

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    1. Hey!
      Danke für deine lieben Worte. Es freut mich immer total,wenn das was ich hier so mache auch wirklich anderen gefällt!
      Natürlich schaue ich auch gerne bei dir vorbei!
      Liebe Grüße

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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